Offener Brief Nr. 2

Erst wird geklatscht, dann folgt die Klatsche!

Wir unterstützen den offen Brief an die Senatorin Frau Scheeres und haben ihn unterzeichnet. Hier ein Auszug:

Sozial Hilfe System Relevanz

Krisenzeiten und herausfordernde Situationen bieten Raum zum Erkennen, Lernen und zum Transfer. Die Corona-Krise hat das auch für die freie Kinder- und Jugendhilfe deutlich gezeigt, indem sie latente und immanente Missstände unter dem Brennglas stärker hervortreten lassen hat. Gleichzeitig hat sich die Diskrepanz zwischen öffentlichkeitswirksamen Versprechen und deren anschließender stillschweigender Brechung manifestiert. Denn die tatsächliche Wertschätzung in Form konkreter Maßnahmen ist ausgeblieben und mehr noch – die Relevanz der freien Kinder- und Jugendhilfe in Frage gestellt worden. Wie sonst ist der Widerspruch aus nur teilweiser Ausfinanzierung und den Gefahren einer Betreuungsvernachlässigung in herausfordernden Zeiten zu interpretieren?

Von der Systemrelevanz, die uns Trägern der freien Kinder- und Jugendhilfe während des Lockdowns attestiert wurde, war nach den ersten Lockerungen im- mer weniger zu vernehmen. Wir brauchen für unsere gesellschafts- und systemrelevante soziale Arbeit weder Claqueur*innen noch öffentlichkeitswirksam verkündete und im Anschluss intern widerrufene Parolen – und erst recht keine anschließende „Klatsche“, sondern verlässliche, operationale und transparente Rahmenbedingungen zur Wahrnehmung unserer Aufgaben. Wortbrüche dürfen sich uns Trägern gegenüber, die wir in der Pandemiezeit verlässlich, flexibel und zum sozialen Wohl gearbeitet haben, nicht wiederholen.

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